Dienstag, 7. Juli 2009

Meine Ohrengeschichte ...

... geht heute weiter. Begonnen hat die ganze Sache schon in meinen ersten Lebenstagen. Es wird im Krankenhaus bei jedem Neugeborenen ein Hörtest mit Echoscreen, gemacht. Diesen Test habe ich nicht bestanden. Aus diesem Grund mussten wir zwei Monate später in die Pädaudiologische Ambulanz der HNO Abteilung in Klagenfurt, um nochmals festzustellen wie es mit meinem Hörvermögen aussieht. Es gibt ja vielerlei Gründe warum dieser Test in den ersten Lebenstagen nicht funktioniert. Manchmal kommt es vor, dass sich noch Fruchtwasser in den Gehörgängen von Säuglingen befindet oder die Gehörgänge sind eng und weich, dass kein Ergebnis erzielt werden kann. Alles verstanden bis jetzt :-)?

Im Jänner wurde bei mir dann festgestellt, dass mein Hörvermögen bei 35dB liegt und der Druckausgleich im Mittelohr einigermaßen gut ist. Es wurde aber trotzdem ein weiterer Termin für die Prüfung des Drucks im Mittelohr fixiert , da nur dadurch feststellbar ist, ob sich im Mittelohr Flüssigkeiten angesammelt haben oder nicht. Diese Flüssigkeitsansammlungen heißen in der Fachsprache Paukenergüsse und lassen das Trommelfell nicht frei schwingen und das Gehörte kann nicht gänzlich wahrgenommen werden. Dies ist für die Sprachentwicklung absolut verherend. Down-Syndrom Kinder haben sehr oft sehr enge Gehörgänge und somit ist es bei einer routinemäßigen Untersuchung mit dem üblichen Instrumentarium nicht möglich bis zum Trommelfell zu sehen. Ein Arzt kann solche Paukenergüsse nämlich anhand des Aussehens des Trommelfells (z.B. Wölbung) erkennen. Die Prüfung des Drucks im Mittelohr bringt jedoch relativ schnell Aufschluss. Der fixierte Kontrolltermin fand heute statt und Schwester Gabi empfing uns wieder auf´s herzlichste. Sie ist eine ungemein nette Dame und wir freuen uns so gut betreut zu werden. Ich bin zwar schon soooo groß, doch ...

... der HNO Arzt stellte fest, dass die Gehörgänge meines linken Ohrs eng sind und die des rechten Ohrs relativ normal sind. Bei der Prüfung des Drucks im Mittelohr war das Ergebnis nicht zufriedenstellend und der darauffolgende Hörtest mit riesigem Spiegel, Blinklichtern und Bildern war auch unzureichend. Ich war nunmal von meinem Spiegelbild so entzückt, dass es mir egal war was so rund um mich passierte. Fazit aus der Untersuchung war, dass man davon ausgeht, dass sich hinter meinem Trommelfell Paukenergüsse gebildet haben und ich darum etwas schlechter höre. Mein Hörvermögen ist zur Zeit so, als hätte ich ständig verschlagene Ohren. Manchmal ist ja gar nicht so schlecht nicht alles zu hören, oder :-)?

Das war natürlich nur ein Scherz. Wir machen jetzt eine 6-wöchige Nasenspray Therapie, um diese Flüssigkeitsansammlungen loszuwerden. Schaffen wir das mit diesen Sprays erspare ich mir den kleinen operativen Eingriff mit Vollnarkose, bei dem mir Paukenröhrchen gesetzt werden. Somit wäre dann mein Innenohr ordentlich belüftet, Flüssigkeiten werden sich erst gar nicht mehr ansammeln und mein Hörvermögen wäre auch wieder optimal. Am 20. August haben wir den nächsten Kontrolltermin und gemeinsam mit dem Arzt werden meine Mama und mein Papa dann eine Entscheidung treffen.

Meine Mama und mein Papa werden zu Hause jetzt vermehrt beobachten wie ich auf leise, akustische Reize reagiere, denn es kann natürlich auch sein, dass heute die Prüfung mit dem Druckmessgerät nicht richtig funktioniert hat.

Kommentare:

  1. Hallo Bettina,

    Benjamin hat ebenfalls Paukenergüsse, die leider nicht verschwunden sind. Wir haben es mit homöopathischen Mittelchen probiert. In 3 Wochen wird er operiert, was mich zwar gar nicht glücklich macht, aber wenn er danach noch besser hören sollte, wäre das für seine Sprachentwicklung sicher super. Ich bin mir zwar sicher, dass er hört, wie gut ist natürlich bei so kleinen Kindern schwer zu sagen. Er hört aber wohl nach Test etwa 20db weniger. Ich drück euch die Daumen, dass ihr um ne OP drumrum kommt, wenn nicht, berichte ich von unseren Erfahrungen :-)

    Liebe Grüße

    Bettina

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  2. Oh, da drücken wir Euch aber ganz fest die Daumen, dass das ohne operativen Eingriff funktioniert!

    Liebe Grüße
    Maria

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  3. @Bettina: Da freuen wir uns aber von euch auf unserem Blog wieder einmal etwas zu hören, doch ich würde dir so gerne Kommentare auf deinem Blog hinterlassen, doch es funktioniert nicht, da unser Computer/Internet euren Blog nicht richtig öffnen lässt :-(.

    Das mit den Ohren ist so eine eigene Geschichte, doch insgeheim habe wir mit dem sowieso schon gerechnet. Mich würden so viele Dinge interessieren, das euch und euren Ben und seine Ohren anbelangt. Vielleicht hast ja Lust und schickst mir deine Email Adresse, denn dann könnte ich dir einmal ganz in Ruhe schreiben :-).

    @Maria: Danke, vielleicht schaffen wir´s ja. Das ist unser uneingeschränkter Optimismus, doch wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt!

    Liebe Grüße
    Bettina

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