... der Feinmotorik oder auch Grafomotorik möchte ich euch heute ein wenig genauer beschreiben. Die Altersangaben dienen zur Orientierung und nicht als ganz genauer Maßstab für das Können des Kindes.
Ab dem 5. Monat kann das Baby sämtlich erreichbare Gegenstände immer aktiver ertasten. Da der Daumen noch nicht isoliert bewegt werden kann, liegt er neben den Fingern und wird ihnen nicht gegenübergestellt. Das heißt das Baby umschließt einen Gegenstand mit dem Daumen und den Fingern – Faustgriff.
Mit dem 6. Monat kann das Baby ein Spielzeug über die Körpermitte von einer in die andere Hand geben und der Pinzettengriff prägt sich schön langsam aus.
Im
7. Monat ist das Baby in der Lage mit beiden Händen gleichzeitig einen Gegenstand zu ergreifen, ihn zu halten und zu wenden.
Das Baby erfährt um das
8. Monat sehr viel Spaß an Klatschspielen, zerreißt Papier und der Pinzettengriff wird feiner und gezielter verwendet.
Mit
9 Monaten kann das Baby seine Hände einzeln oder zusammen bewegen und ahmt Fingerspiele nach. Die Finger können isoliert bewegt werden. Das Kind blättert Seiten in Bilderbüchern und beginnt Sachen ein- und
auszuräumen. Abbildungen in einem Buch zeigt das Kind mit seinem ausgestreckten Zeigefinger.
Das Kind wird immer beweglicher und kann mit
10 Monaten seine Hand isoliert vom Unterarm nach innen und außen drehen. Der Pinzettengriff wird zunehmend vom Zangengriff abgelöst. Dadurch kann das Kind sehr kleine Dinge, wie Krümel, gezielt aufheben. Eine feinmotorische Leistung, die für die Stifthaltung im späteren Sinne sehr bedeutend ist.
Gegen Ende des ersten Lebensjahres,
11. / 12. Monat, nimmt das Kind seine Umwelt nicht mehr
oral wahr sondern über seine
taktil-
kinästhetischen Wahrnehmungskanäle. Durch sehen und tasten erkennt das Kind einen Gegenstand. Zusätzlich kann das Kind seine
Feinmotorik und Kraftdosierung so gut steuern, dass es
Duplo-Steine zusammenstecken kann, Spieltiere und Autos aufstellt und Türme aus zwei-drei Klötzen baut.
Zwischen dem
12. und 15. Monat beginnt das Kind selbstständig mit einem Löffel zu essen. Der Löffel wird im Faustgriff gehalten. Es kritzelt spontan und verwendet auch hierzu den Faustgriff.
Ich bin da natürlich schon sehr viel älter. Ich will euch mit dem Foto nur den Faustgriff demonstrieren.
Im
15. bis 18. Monat kann das Kind differenziertere Bewegungen, wie bohren, kratzen, usw., mit dem Zeigefinger ausführen. Auch andere Bewegungen, die aus dem Handgelenk oder Schultergelenk herauskommen werden anspruchsvoller. Das Kind kann dadurch an Knöpfen drehen, Bonbons auspacken usw..
Von
1,5 bis 2 Jahren beginnt das Kind
beidhändige Verrichtungen, wie Auffädeln von großen Perlen und Aufschrauben von Flaschen. Das Kind kritzelt nach wie vor mit den Faustgriff aus der Schulter heraus.
Zwischen
2 und 3 Jahren füllt das Kind Flüssigkeiten oder Sand um und beginnt zunehmend Spiralen zu malen.
Der Wasserhahn kann auf- und zugedreht werden, ein Becher wird ohne verschütten transportiert, Spielzeuge und Uhren werden aufgezogen und das Kind fängt einen großen Ball mit beiden Armen. Gegen
Ende des 3. Jahres werden die Spiralen differenzierter und das Kind malt geschlossene Kreise und Linien.
Von
3 bis 3,5 Jahren ist das Kind in der Lage Reißverschlüsse und Knöpfe zu öffnen. Beim Malen wird der Faustgriff zunehmend vom Dreipunktgriff abgelöst und es malt Kreuze, schneidet mit der Schere großzügige Formen aus und klebt diese auf ein Blatt Papier.
Das Kind knetet auch einfache Dinge, wie Würstchen, Kugeln etc.. Es malt Kombinationen aus Kreisen, Strichen, die
sogenannten Kopf- oder
Gliederfüßer aus drei Teilen.
Mit 4 bis 4,5 Jahren fängt das Kind einen Ball nicht mehr mit den Armen sondern mit den Händen. Kleinere Perlen werden aufgefädelt, Kluppen können mit genügend Kraft aufgesteckt werden und das Kind bleibt beim Ausmalen schon besser in der Begrenzung. Schön langsam malt das Kind Schrägen, wie zum Beispiel von Dächern.

Das Kind hält den Stift mit drei Fingern – Dreipunktgriff.
Zwischen dem
5. und 6. Jahr schneidet das Kind exakt auf einer Linie aus, versucht Schleifen an seinen Schuhen zu binden und schafft es mit einer Pinzette kleine Perlen aufzunehmen. Das Kind malt kleine fortlaufende Muster wie Schlaufen, Wellen und versucht zunehmend dreidimensional zu malen. Die isolierte
Fingerbeweglichkeit ist ausreichend vorhanden.